Trüffel zählen seit Jahrhunderten zu den geheimnisvollsten und begehrtesten Zutaten Europas. In einer Welt, in der eigentlich alles jederzeit verfügbar ist, bleibt der Trüffel eines der letzten Mysterien. Ihr Duft – erdig, warm, fast hypnotisch – hat schon früh Köche und Feinschmecker in seinen Bann gezogen. Und auch wenn über Trüffel schon alles gesagt und geschrieben wurde: Man kann der edlen Knolle aus dem Inneren der Erde einfach nicht genug huldigen. Mich hat diese Delikatesse vor rund 35 Jahren erwischt: ein erster, unscheinbarer Bissen des schwarzen Périgord-Trüffels, und es war um mich geschehen. Seit diesem Moment begleitet mich der Trüffel in meiner Küche, und jede Saison erinnert mich daran, wie einzigartig sein Aroma ist.

Bemerkenswert ist, dass es oft nicht die großen Klassiker wie Trüffelrisotto, Jakobsmuscheln oder Tournedos Rossini sind, die mich am meisten faszinieren – sondern die schlichtesten Zubereitungen. Ein warmes Landbrot, bestrichen mit Trüffelbutter und belegt mit hauchfeinen Scheiben – das ist vielleicht eine der pursten Arten, Trüffel zu genießen. Ebenso ein Rührei, sanft cremig gestockt: Es bildet eine ideale Bühne für die komplexen, tiefen Noten des Trüffels. Üppig im Geschmack, dabei bemerkenswert einfach in der Zubereitung. Gerade diese Einfachheit zeigt, warum Trüffel seit jeher als kulinarisches Kleinod gelten:
Sie brauchen keine aufwendige Inszenierung und keine Bühne, sie sind die Bühne.