{"id":1755,"date":"2012-01-23T12:34:54","date_gmt":"2012-01-23T11:34:54","guid":{"rendered":"https:\/\/culturefoodblog.de\/?p=408"},"modified":"2025-04-24T19:48:29","modified_gmt":"2025-04-24T17:48:29","slug":"keiner-glaubt-mehr-an-mama-miracoli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/culturefoodblog.de\/en\/keiner-glaubt-mehr-an-mama-miracoli\/","title":{"rendered":"Keiner glaubt mehr an Mama Miracoli"},"content":{"rendered":"<p><em>10 Worte, die die Nahrungsmittelindustrie gekillt hat<\/em><\/p>\n<p>Ausgestorbene oder bedrohte W\u00f6rter sind daran zu erkennen, dass sie heute hoffnungslos veraltet klingen oder sich sperrig im Mund anf\u00fchlen wie etwa \u201edelikat\u201c, \u201eGabelfr\u00fchst\u00fcck\u201c, \u201eOber\u201c oder \u201ezechen\u201c. Doch es gibt auch Worte in unserem t\u00e4glichen Sprachgebrauch, die zu sinnentleerten Worth\u00fclsen\u00a0 verkommen sind. Schuld daran sind die Marketingabteilungen der globalen Nahrungsmittelindustrie, die sich durch den inflation\u00e4ren Gebrauch einiger Schlagworte einen seri\u00f6sen Anstrich geben wollen. Der Schuss geht nach hinten los. Auf die Glaubw\u00fcrdigkeit von Werbung auf Verpackungen am Beispiel Wiesenhof angesprochen, r\u00e4umte bei der letzten <a href=\"http:\/\/medien.wdr.de\/m\/1166043649\/hartaberfair\/wdr_hart_aber_fair_20120116.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hart aber Fair Sendung \u00fcber Fast Food und Lebensmittel<\/a> der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ern\u00e4hrungsindustrie, Matthias Horst, ein: <em>\u201eIch glaube nicht, dass noch irgendein Verbraucher wirklich glaubt, dass da ein Huhn auf dem Hof rumscharrt&#8230;\u201c<\/em>\u00a0Das war nicht nur hart und fair, sondern auch traurig und wahr.<\/p>\n<p><strong><!--more--><\/strong>Hier sind 10 Schlagworte, die die Industrie gekillt hat:<br \/>\nNatur, nat\u00fcrlich, Qualit\u00e4t, Nachhaltigkeit, hausgemacht, frisch, bio, gr\u00fcn, regional, Mama.<\/p>\n<p><strong><br \/>\n1. Natur<\/strong><br \/>\nAngefangen hat alles in der 60er Jahren, einer Zeit <a href=\"http:\/\/www.das-waren-noch-zeiten.de\/werbung.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">als Werbung noch Reklame<\/a> hie\u00df. Die Marketingspezialisten erkannten, dass bei den Konsumenten, bedingt durch Industrialisierung und Urbanisierung, die Sehnsucht nach Natur immer weiter stieg. 50 Jahre danach gibt es kaum noch ein Lebensmittel, dass nicht mit seiner Nat\u00fcrlichkeit und Urspr\u00fcnglichkeit wirbt. Mit naturfrisch, naturgut oder naturbelassen werden Produkte beworben, die mit der Realit\u00e4t kaum etwas zu tun haben. Ganz gleich ob Aufschnitt, Leberwurst, Gefl\u00fcgel oder Milchprodukte &#8211; auf keiner Verpackung fehlt das Klischee eines pittoresken Bauernhofs oder Landguts und einer gr\u00fcnen Wiese, vorzugsweise mit Alpenpanorama im Hintergrund.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/natur2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-420\" title=\"natur2\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27276%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20276%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27276%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/natur2.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"276\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ist ja klar: Natur hat einen sehr positiven Beiklang &#8211; kein Konsument w\u00fcrde etwas kaufen, auf dem \u201ek\u00fcnstlich\u201c drauf steht. Den Gipfel des Perversen erreichen neuerdings Artikel, bei denen es sich tats\u00e4chlich um Naturprodukte handelt, die nun aber f\u00fcr die St\u00e4dter mit einem \u201eadded value\u201c sprachlich aufgepeppt werden: Naturjogurt, Naturquark, Natur-Reis, Natur-Fleisch oder nat\u00fcrliches Quellwasser. Womit wir zum zweiten Punkt kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Nat\u00fcrlich<\/strong><br \/>\nSelten hat sich ein Begriff mehr von seiner herk\u00f6mmlichen Bedeutung gel\u00f6st als das Wort \u201enat\u00fcrlich\u201c. Das Kennzeichnungsrecht gibt der Industrie und den Geschmacksfabriken jede Menge Starthilfe. Am Ende des Prozesses steht eine ganz neue Natur. Eine k\u00fcnstliche Nat\u00fcrlichkeit, in der es keinen Verfall gibt, kein Sterben und danach auch kein Leben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/natuerlich1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-416\" title=\"natuerlich1\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27394%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20394%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27394%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/natuerlich1.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"394\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die S\u00e4gesp\u00e4ne, aus denen Erdbeeraroma gewonnen wird, entstammen australischen B\u00e4umen &#8211; sind also unzweifelhaft nat\u00fcrlichen Ursprungs. Auch das Rizinus\u00f6l, aus denen die Chemiker Pfirsich-Maracuja-Aroma herauskitzeln, ist reine Natur, gepresst aus den Samen der Christpalme. Und auch der Pilz Trichoderma viride ist ein anerkanntes Mitglied der Natur, vor allem seit man seine Nebenbegabung entdeckt hat, dass er Kokosaroma produziert. \u00dcberhaupt sind Schimmelpilze und die Ausscheidungen von Bodenbazillen die perfekten und billigsten Produzenten, ganz gleich ob f\u00fcr Rinderbratenaroma, H\u00fchnchenaroma, Kirscharoma oder Colageschmack. Was es nicht alles gibt.<\/p>\n<p>Und weil all jene Aromen &#8211; ganz gleich, ob chemisch, biologisch oder gentechnisch gewonnen &#8211; nun mal aus Pilzen oder Mikroben gewonnen werden, d\u00fcrfen die Resultate laut geltendem Gesetzt auch mit dem Etikett \u201enat\u00fcrlich\u201c geschm\u00fcckt werden. F\u00fcr den Verbraucher ist es eigentlich ganz einfach. H\u00e4nde weg von allem im Supermarkt, auf dem das Etikett \u201eohne k\u00fcnstliche Zusatzstoffe\u201c oder \u201emit nat\u00fcrlichen Zutaten und Aromen\u201c steht. Es ist stets ein Ausflug in die k\u00fcnstliche Welt der Nat\u00fcrlichkeit. Wer tiefer in die Materie einsteigen m\u00f6chte, dem seien die B\u00fccher <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/Hans-Ulrich-Grimm\/e\/B001K1YIQU\/ref=ntt_athr_dp_pel_1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Die Suppe l\u00fcgt&#8220; oder &#8222;Echt k\u00fcnstlich&#8220;<\/a> von Hans-Ulrich Grimm empfohlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Qualit\u00e4t\u00a0<\/strong><br \/>\nEin unendlich dehnbarer Begriff, der alles und nichts bedeutet und leider in v\u00f6llige Belanglosigkeit abgerutscht ist. Qualit\u00e4t steht auf den Verpackungen der Massentierhalter, auf den Nudel- Sp\u00e4tzle- oder Kn\u00f6delpackungen, Qualit\u00e4t ist bei McDonalds <em><a href=\"http:\/\/www.mcdonalds.de\/ernaehrung\/produktqualitaet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201cdie Basis unseres Angebots\u201c<\/a><\/em>, bei Burger King die Grundlage, denn <em>\u201e<a href=\"http:\/\/www.burgerking.de\/taste\/sei-sicher\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">100% Frische steht f\u00fcr 100% Qualit\u00e4t<\/a>\u201c<\/em>, bei KFC der Grund\u00a0<em>\u201e<a href=\"http:\/\/www.kfc.de\/content\/konzept\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr ein einmaliges Geschmackserlebnis<\/a>\u201c<\/em> und den Leuten von Pizza Hut <em>\u201e<a href=\"http:\/\/www.pizzahut.de\/faq\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">liegt die Qualit\u00e4t ihrer Pizzen am Herzen<\/a>\u201c<\/em>. Wie sch\u00f6n. Nat\u00fcrlich bietet Aldi \u201eDeutsches Qualit\u00e4ts-Schweinefleisch&#8220; und selbst Lidl wird bei dem Thema richtig emotional und schreibt auf seiner Homepage, dass dem Unternehmen <em>\u201e<a href=\"http:\/\/www.lidl.de\/de\/Qualitaet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Qualit\u00e4t, Sicherheit und Zufriedenheit am Herzen liegt<\/a>\u201c<\/em>. Und weiter: \u201eUnsere Qualit\u00e4tskontrolle lebt deshalb nur f\u00fcr eine Leidenschaft: Perfektion.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/qualit\u00e4t.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-417\" title=\"qualit\u00e4t\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27259%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20259%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27259%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/qualit\u00e4t.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"259\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Die Steigerung von Qualit\u00e4t nennt sich Premiumqualit\u00e4t. Das ist die Stunde der Marketingpoesie f\u00fcr &#8222;kaufkr\u00e4ftige Zielgruppensegmente&#8220;. Wir erfahren viel \u00fcber bedingungslose und allerh\u00f6chste Qualit\u00e4tsanspr\u00fcche, Premium-Produkte, Frische der Extraklasse, grenzenlosen Genuss, erlesene Zutaten, exklusive Selektion, usw., ganz gleich, ob es sich um Tiernahrung, Eis, Konfit\u00fcre oder Seniorenkost handelt.\u00a0Mein Pl\u00e4doyer f\u00fcr den intelligenten Einkauf: Lasst das Zeug in den Regalen, wenn Qualit\u00e4t draufsteht und kauft beim Bauern auf dem Markt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Nachhaltigkeit<\/strong><br \/>\nViele nehmen es in den Mund, viele schreiben dar\u00fcber. Politiker, Banker, Konzernlenker, alle bem\u00fchen sich redlich und beredt zugleich, die Nachhaltigkeit ihres Tuns ins Blickfeld des allgemeinen Interesses zu r\u00fccken. Und kein Food-Konzern, der nicht mindestens eine Seite \u00fcber Nachhaltigkeit ins Netz stellt und stolz darauf hinweist, welch gro\u00dfen Stellenwert bei ihm die \u00f6kologischen Aspekte und die Verantwortung gegen\u00fcber der Umwelt haben. Mit nur einem Effekt: Das urspr\u00fcnglich so wichtige Leitbild f\u00fcr die Zukunft verkommt zu einem Schl\u00fcsselbegriff ohne Wahrhaftigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Hausgemacht<\/strong><br \/>\nWenn Sie das n\u00e4chste Mal im Restaurant hausgemachte Sp\u00e4tzle auf der Speisekarte entdecken, fragen Sie doch einmal nach, ob der Wirt denn nun <em>haus<\/em>gemacht oder <em>selbst<\/em>gemacht meint. Der irritierte Blick der Bedienung ist Ihnen gewiss! Sie nennen es hausgemacht, handgemacht, handwerklich hergestellt, mit Liebe, traditionell oder artesanal und sie suggerieren damit immer nur eines: <em>&#8222;Leute, bei uns stimmt die Qualit\u00e4t&#8220;<\/em>. Das nennt man dann\u00a0 \u201eKino im Kopf\u201c, denn der Konsument oder Gast denkt sogleich an gem\u00fctliche Landhausk\u00fcchen, brodelnde Suppent\u00f6pfe, bodenst\u00e4ndige K\u00f6che, unerm\u00fcdliche B\u00e4cker oder talentierte Patissiers. Doch hinter dem Vorhang, backstage sozusagen, sieht es v\u00f6llig anders aus. &#8222;Hausgemacht&#8220; kann per Gesetz nicht eindeutig definiert werden und es stimmt ja schon: In irgend einem Haus wird es ja gemacht, das Hausgemachte.\u00a0 Von der Suppe \u00fcber das Salatdressing , \u00fcber den Hauptgang mit Fleisch und Gem\u00fcse bis hin zu Fingerfood, Backwaren und Dessert &#8211; Firmen wie <a href=\"http:\/\/www.nestleprofessional.de\/feature.asp\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nestl\u00e9 Professional<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.unileverfoodsolutions.de\/produkte\/product_sn\/1881-4776.10_tiefkuehl_produkte_kleine_mahlzeit_eintoepfe.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unilever Food Solutions<\/a>,\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kraftfoodsausserhaus.de\/kraftfoodsafh1\/page?siteid=kraftfoodsafh1-prd&amp;locale=dede1&amp;PagecRef=594\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kraft Foods<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.salomon-online.com\/de\/produktgruppen\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Salomon<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.schoeller-direct.de\/suche\/4.html\/pdgrp=51;zwgrp=15;pdid=12169707\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sch\u00f6ller Direct<\/a> liefern dem Wirt komplette Men\u00fcs, Feinkost, Snacks oder eben jene <a href=\"http:\/\/www.buerger-profiservice.de\/profikueche\/produkte\/spaetzleknoepfle.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sp\u00e4tzle<\/a> servierfertig ins Haus. Das nennt man Convenience Food. Selbst die billigste K\u00fcchenhilfskraft mit Migrationshintergrund kann auf diese Weise per Knopfdruck auf den vorprogrammierten Hei\u00dfluftd\u00e4mpfer einen wohlschmeckenden Gulasch mit \u201ehausgemachten\u201c Sp\u00e4tzle, knusprigen R\u00f6sti oder einen herzhaften Eintopf hinbekommen. Guten Appetit!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/hausgemacht.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-418\" title=\"hausgemacht\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27212%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20212%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27212%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/hausgemacht.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"212\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6. Frisch\u00a0<\/strong><br \/>\nNoch so ein Trick, auf den wir t\u00e4glich hereinfallen. Heutzutage muss alles, was wir essen und trinken, \u201cfrisch\u201d sein. Entsprechend ist so ziemlich alles, was wir in den Supermarktregalen finden, mit eben diesem Pr\u00e4dikat ausgestattet: Das Angebot reicht von der \u201cFrischmilch\u201d \u00fcber \u201cfrisches Gem\u00fcse\u201d, \u201cfrische Eier&#8220; &#8222;Frischobst\u201d und \u201cfrisches Fleisch\u201d bis hin zum industriell verpackten \u201cFrischk\u00e4se\u201d.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/frisch.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-437\" title=\"frisch\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27222%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20222%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27222%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/frisch.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"222\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bittesch\u00f6n, was hei\u00dft denn schon frisch? Der Tiefk\u00fchlrohling aus der Fabrik, der sich im Backshop vor unseren Augen in ein duftendes Croissant oder in eine leckere Brezel verwandelt und somit ofenfrisch ist? Die naturfrische Milch aus dem Tetrapack, die wom\u00f6glich aus Polen oder Tschechien stammt? Die panierten H\u00fchnchenteile aus der Friteuse? Das rosa Frischfleisch unter Schutzatmosph\u00e4re? Die backfrische Pizza vom Flie\u00dfband? Die gartenfrischen Bio\u00e4pfel aus Chile oder Neuseeland? Danke, aber nein danke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7. Bio<\/strong><br \/>\nDie Zeiten, wo Bio nur von k\u00f6rnerfressenden \u00d6kos im Naturkostladen gekauft wurde, sind schon lange vorbei. \u201eBio f\u00fcrs Volk\u201c ist breit verf\u00fcgbar, erschwinglich und darf auch ohne Gesinnungsbekenntnis erstanden werden.\u00a0Laut Greenpeace verkauft Aldi mittlerweile jede zweite Bio-M\u00f6hre und f\u00fcnfmal soviel Bio-Kartoffeln wie der gesamte Naturkosthandel zusammen.\u00a0Bio-Siegel sollen garantieren, dass alles strengstens kontrolliert wird. Und viele Menschen glauben, dass Bio-Gem\u00fcse unbehandelt ist, dass Bio vom Bauernhof kommt oder dass Bio keine Zusatzstoffe beinhaltet. Fakt ist: Bio vom Discounter ist sehr beliebt und selbst \u00d6kotest bescheinigt den meisten S\u00e4ften, Tiefk\u00fchlgem\u00fcse und Sojaprodukten gute Testergebnisse. Aber: Bio ist auch ein Riesengesch\u00e4ft, denn es bedient die\u00a0Sehnsucht der Verbraucher nach Urspr\u00fcnglichkeit. Sp\u00e4testens seit die Discounter Biogefl\u00fcgel in ihrem Sortiment haben, sollte uns d\u00e4mmern, dass da irgend etwas nicht zusammenpasst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/wh.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-422\" title=\"wh\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27394%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20394%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27394%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/wh.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"394\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.testberichte.de\/p\/wiesenhof-tests\/haehnchen-brustfilet-bio-testbericht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stiftung Warentest<\/a> gab dem Wiesenhof Produkt nur die Note 3,7 und schrieb:\u00a0\u201eAm Verbrauchsdatum nicht mehr frische Biofilets. Erh\u00f6hter Keimgehalt, viele Pseudomonaden. Campylobacter in einer Packung. Relativ teuer.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es ist kein Geheimnis, dass Discounter die Preise dr\u00fccken, wo es nur geht. Jeder will der Billigste sein. In den j\u00e4hrlichen Gespr\u00e4chen mit dem Handel wird den Erzeugern der Preis diktiert. Verhandlungsspielraum gibt es meist keinen. Biom\u00fchlen wird gedroht, man w\u00fcrde den Weizen eben in der Ukraine kaufen, wenn sie beim Preis nicht nachgeben. Und Biomilchbauern erhalten \u2013 wie auch konventionell arbeitende Bauern \u2013 zu wenig Geld f\u00fcr ihre Milch. Die Massenproduktion, egal ob \u2028von Eiern, Gem\u00fcse oder Fleisch, hat ihren Preis: Wo sich Tausende von Tieren in einem Gehege dr\u00e4ngeln, wie beispielsweise bei der Eierproduktion, sind Krankheiten programmiert. Die Exkremente m\u00fcssen entsorgt werden, sie belasten die Umwelt. Und auch im Bioanbau sind D\u00fcngemittel erlaubt, wenn auch keine Minerald\u00fcnger. Doch wo nur noch Masse gilt, wird auch im \u00d6kolandbau das maximal nach EU-Biovorschrift Erlaubte aus dem Boden herausgeholt.\u00a0Ren\u00e9e Herrnkind von Demeter sieht Discounter-Bio daher kritisch: \u201eEs wird so kommen wie in der konventionellen Landwirtschaft\u201c, vermutet sie, \u201edie Umwelt wird ausgebeutet.\u201c Sie beobachtet einen problematischen Trend: \u201eUnternehmer steigen in die Bio-Landwirtschaft ein, machen ein paar Jahre auf \u00f6ko, nutzen die Natur aus \u2013 und schwenken dann wieder auf konventionelle Landwirtschaft um.\u201c\u00a0Googeln Sie mal <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?num=20&amp;hl=de&amp;site=webhp&amp;sa=X&amp;ei=VhYdT7iiD4ySOujf4bML&amp;ved=0CCcQBSgA&amp;q=bio+l\u00fcge&amp;spell=1&amp;biw=1671&amp;bih=1044\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Biol\u00fcge<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?num=20&amp;hl=de&amp;biw=1671&amp;bih=1044&amp;site=webhp&amp;q=bio+bluff&amp;oq=bio+bluff&amp;aq=f&amp;aqi=g1g-v1&amp;aql=&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=34152l34832l0l34959l5l5l0l0l0l0l254l720l0.2.2l4l0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bio Bluff<\/a>&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>8. Gr\u00fcn<\/strong><br \/>\nKommt gleich nach Bio und war mal genauso gut gemeint. Sp\u00e4testens seit Monsanto gr\u00fcne Gentechnik vorantreibt und McDonalds sein Logo gr\u00fcn angemalt hat, hat die Farbe ihren Sexappeal verloren. Ende der M\u00e4rchenstunde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/gruen.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-424\" title=\"gruen\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27237%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20237%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27237%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/gruen.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"237\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>9. Regional\u00a0<\/strong><br \/>\nGutes Konzept. Gute Produkte mit geringem CO2 Fu\u00dfabdruck. Kurze Transportwege. Frisch. Gesund. Die regionale Wirtschaft st\u00e4rken&#8230; \u00a0schon klar. Auch Superm\u00e4rkte werben immer h\u00e4ufiger mit Regionalit\u00e4t und \u201eProdukten von hier\u201c. Man verliert halt ungern Kunden an die kleinen Bauernl\u00e4den, Einzelh\u00e4ndler und Feinkostgesch\u00e4fte. Aber es ist Vorsicht geboten. Nicht immer ist dort, wo regional draufsteht, auch regional drin. Klicken Sie auf den folgenden Link und sehen Sie sich die Reportage an:<\/p>\n<p><iframe src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/OmP24Hh7YI8?rel=0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>10. Mama\u00a0<\/strong><br \/>\noder Mutters K\u00fcche bzw. \u201ewie bei Muttern\u201c. Das Klischee ist einfach nicht tot zu kriegen: Gl\u00fcckliche M\u00fctter (selten Gro\u00dfm\u00fctter), stets perfekt gestylt und dezent geschminkt, schnippeln Kr\u00e4uter und kochen leckere Saucen, gerne im mediterranen Umfeld oder f\u00fcr die italienischen Momente im Leben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/hausgemacht1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-443\" title=\"hausgemacht\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27260%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20260%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27260%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/hausgemacht1.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"260\" \/><\/a><\/p>\n<p>Spielende Kinder toben durch die blitzblanke K\u00fcche und d\u00fcrfen probieren, Lebenspartner naschen und l\u00e4cheln anerkennend, beste Freundinnen empfehlen sich gegenseitig Sp\u00fclmittel oder rechtsdrehende Joghurts, Singles flirten, dass sich die Balken biegen&#8230; Das Thema hat seit Jahrzehnten viele Variationen: Frau Sommer, die Milchschnittenverteilerinnen, die Hanuta-B\u00e4ckerin, der \u00a0charmante Herr Angelo, der &#8222;gar keine Auto hat&#8220;, und nat\u00fcrlich Mama Miracoli. Auch der freundliche und stets makellose Senior-Patissier bei Lindt geh\u00f6rt in diese Kategorie. All diese Werbe-Ikonen suggerieren uns Stil, Savoir Vivre, handwerkliche K\u00fcchenkunst und liebevolle Produktionsverfahren in kleinen Manufakturen. Die Wirklichkeit ist davon sehr weit entfernt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/produktion.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"lazyload alignnone size-full wp-image-445\" title=\"produktion\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns%3D%27http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg%27%20width%3D%27578%27%20height%3D%27260%27%20viewBox%3D%270%200%20578%20260%27%3E%3Crect%20width%3D%27578%27%20height%3D%27260%27%20fill-opacity%3D%220%22%2F%3E%3C%2Fsvg%3E\" data-orig-src=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/produktion.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"260\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie sagte es Herr Horst so sch\u00f6n: <em>&#8222;Ich glaube nicht, dass das noch irgend ein Verbraucher glaubt&#8230;&#8220;<\/em>\u00a0 Eben!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #bfbabc;\"><em>\u00a9 Alle in diesem Blog genannten Firmen und Produktnamen sowie Wort- oder Bildmarken, unabh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe der Darstellung und davon, ob sie ein Markensymbol enthalten,\u00a0sind gesch\u00fctztes Eigentum ihrer jeweiligen Unternehmen und werden hiermit anerkannt.\u00a0Bitte beachten Sie den <a href=\"https:\/\/culturefoodblog.de\/en\/?p=100\"><span style=\"color: #bfbabc;\">Disclaimer<\/span><\/a><\/em><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Worte, die die Nahrungsmittelindustrie gekillt hat Ausgestorbene oder bedrohte W\u00f6rter sind daran zu erkennen,<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":8036,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[98],"tags":[114],"class_list":["post-1755","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wissen","tag-10-worte-die-die-nahrungsmittelindustrie-gekillt-hat"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v25.4 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Keiner glaubt mehr an Mama Miracoli - Culture Food Blog - Familie, Freunde &amp; 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